Lange Schatten unserer Mütter

Safeta Obhodjas

Uraufführung

Regie: Torsten Krug
Ausstattung: Manfred Marczewski
Mit Marina Matthias (Zeyneb) und Silvia Munzón-López (Dilara) sowie Mitgliedern des Chores WOW – »Women Of Wuppertal« (Leitung: Hayat Chaoui)

Aufführungen im Kulturzentrum »die börse« Wuppertal:
06. September 2019 | 19:30 Uhr | Premiere
11. September 2019 | 19:30 Uhr
12. September 2019 | 19:30 Uhr
20. September 2019 | 19:30 Uhr
21. September 2019 | 19:00 Uhr

Eine Produktion der GEDOK e.V. | Veranstaltungspartner: die börse Wuppertal

Mit freundlicher Unterstützung durch:
Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, Kulturbüro Wuppertal, Hartmut und Lore Schuler Stiftung, Freundeskreis Heinrich Böll Stiftung.

 

Zum Stück:
»Nichts ist mehr, wie es einmal war. Ich wollte nur helfen …«
Die beiden Schwestern Zeyneb und Dilara leben mit ihren Familien in derselben Stadt, teilen aber nur wenige ihrer Einstellungen. Die jüngere Schwester Dilara arbeitet als Apothekerin, ihr Mann, der ebenfalls aus einem anderen Land stammt, ist Lehrer. Ihren Sohn und ihre Tochter erziehen sie, wie Dilara gerne betont, gleichberechtigt. Ihr Leben lang war sie darum bemüht, den strengen Regeln ihrer traditionstreuen Mutter und ihrer Tanten zu entkommen. Die ältere Schwester Zeyneb vertritt genau diese traditionellen Werte ihrer Vorfahren in der Türkei. Sohn Ismet genießt alle Freiheiten eines kleinen Paschas. Für ihre Tochter Aida möchte sie möglichst schnell einen guten Ehemann finden. Kontakte zwischen Aida und Dilara verhindert sie, wo es nur geht, denn sie fürchtet den Einfluss ihrer selbstbewussten Schwester auf ihre Tochter. Dilara möchte, dass Aida den Schulabschluss schafft. Aidas Vater hat nichts dagegen, Dilaras Mann soll ihr und ihrem Bruder Ismet Nachhilfe-Unterricht geben. Schließlich agieren die beiden Geschwister den Streit der Erwachsenen aus.

Die Autorin Safeta Obhodjas hat sich in ihrem Werk oft mit dem Mutter-Tochter-Verhältnis in zugewanderten oder kulturell gemischten Familien auseinandergesetzt.

»Lange Schatten unserer Mütter« behandelt den inneren Zwiespalt junger Frauen zwischen der Bindung an konservative Familienstrukturen und dem Leben in einer modernen Gesellschaft. Der Theatertext ist entstanden nach zahlreichen Interviews mit Frauen im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung zusammen mit der Fotografin Petra Göbel.

 

Die beteiligten Künstler*innen:

Die GEDOK Wuppertal e.V. (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer) hat in der Vergangenheit immer wieder Kultur- und Literaturprojekte ihrer Schriftstellerin Safeta Obhodjas unterstützt. Ein Höhepunkt war im Herbst 2016 die überaus erfolgreiche Uraufführung ihres Theaterstückes »Funken aus einem toten Meer«, an der unter anderem Torsten Krug (Regie), Marina Matthias (Irmgard Keun) und Silvia Munzón López (Marina Swetajewa) beteiligt waren.

 

Safeta Obhodjas (Autorin) wurde 1951 in Pale, nahe Sarajevo, in eine bosnischmuslimischen Familie hineingeboren. Sie hat in Sarajevo studiert und gearbeitet, mit ihrer Familie in Pale gelebt. In den Achtzigern erschienen erste Erzählungen und Hörspiele. In ihren Werken stellte sie moderne Frauen Bosniens vor, mit ihrer ganzen Zerrissenheit zwischen Moderne und Tradition in einer patriarchalischen Gesellschaft. Ende 1992 musste sie unter dem Druck der serbischen Nationalisten ihre Heimat verlassen. Seitdem lebt sie in Deutschland, in Wuppertal, und hat ihre schriftstellerische Tätigkeit zweisprachig – Bosnisch und Deutsch – fortgesetzt. Sie setzt sich für bessere Ausbildungschancen der Migrantinnen in Deutschland ein und versucht Musliminnen zu ermutigen, für mehr Integration zu kämpfen.

 

Torsten Krug (Regie), geboren 1973 in Stuttgart, studierte Neuere deutsche Literatur, Musikwissenschaft und Philosophie in Tübingen und absolvierte eine klassische Gesangsausbildung. Nach seinem Magister arbeitete er als Regieassistent und Regisseur am Volkstheater Rostock sowie am Schauspiel Chemnitz und war Assistent u.a. von Katharina Thalbach und Katja Paryla. Seit 2006 lebt er als freier Regisseur, Sänger und Autor in Wuppertal. Er inszenierte u.a. am Volkstheater Rostock, Schauspiel Chemnitz, Thüringer Landestheater Rudolstadt, Theater Heilbronn, an der Tribüne Berlin, am Theater Regensburg, an der bremer shakespeare company und an den Wuppertaler Bühnen. Er war Gastdozent an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig sowie am Institut für Schauspiel-, Film- und Fernsehberufe ISFF in Berlin. Seit 2014 ist er Jury-Mitglied beim Deutschen Kinderhörspielpreis der ARD und der Filmstiftung NRW.

 

Manfred Marczewski (Ausstattung) ist Technischer Leiter des Pina-Bausch-Ensembles.

 

Marina Matthias (Zeyneb): Nach ihrer Ausbildung an der Universität der Künste Berlin hatte Marina Matthias Engagements am Theater Göttingen, Schauspielhaus Essen, Theater Bremen, Ulmer Theater und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Zehn Jahre war sie bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen tätig, wo neben Koproduktionen mit dem Théatre Vidy in Lausanne zahlreiche Gastspiele entstanden, u.a. nach London, Stockholm, Volterra und Taschkent in Usbekistan.
Wichtige Rollen waren u.a. Antigone, Kassandra, Evchen, Nora, Iphigenie, Hedda Gabler, Frau von Stein; wichtige Regisseure Hansgünther Heyme, Francois Pésenti, Christina Friedrich, Harald Demmer, Phillipp Preuß. Seit 2003 ist sie Dozentin an der Folkwang-Universität in Essen.

 

Silvia Munzón López (Dilara) wurde in Wuppertal geboren und schloss ihr Schauspielstudium an der staatlichen Schauspielschule Esad Cordoba in Spanien ab. Anschließend gastierte sie am Theater Duque de Rivas in Cordoba/Spanien. Seit der Spielzeit 2010/2011 war sie als Gastschauspielerin in zahlreichen Inszenierungen an den Wuppertaler Bühnen zu sehen. Zuletzt spielte sie am Theater Krefeld/Mönchengladbach und bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen.

 

WOW – »Women of Wuppertal« ist ein Chor von Frauen aus vielen Ländern der Erde. Die Sängerinnen lernen sich als »Botschafterinnen ihrer Kultur« kennen. Sie singen Lieder in ihren Herkunftssprachen und auf Deutsch. Hayat Chaoui leitet den Chor: »Wir definieren uns im Chor über das gemeinsame Tun im Augenblick, nicht darüber, woher wir kommen, welchen Bildungsstand wir haben, oder wie gut wir deutsch sprechen. Wir lernen voneinander und miteinander durch das Erarbeiten unserer Lieder.« WOW ist ein Angebot in Kooperation mit »alpha e.V.« (Soziale Dienstleistungen), gefördert durch das JobCenter Wuppertal.

Eintrittspreise:
Vorverkauf 15,00 €/Abendkasse 18,00 €
Ermäßigt Vorverkauf 10,00 €/Abendkasse 13,00 €
Soliticket 5,00 €

www.wuppertal-live.de




Weitere Termine